2. Los gehts durch Ungarn

Nach vielen Abschiedstränen sind wir einfach losgefahren…

Die ersten Kilometer – ziemlich komisches Gefühl in Bauch und Brust… Klos im Hals, immer wieder Tränen, kein Gespräch möglich. Alle vertrauten Orte ziehen vorüber – immer mit der Frage im Kopf: wann sehe ich das alles wieder? Wie schön ist doch die Heimat!

Erst jetzt wird mir so langsam bewußt was es heißt, Abschied zu nehmen…

Nur die Kilometer lassen die Gefühle stetig sacken und uns langsam, ganz langsam das bevorstehende Abenteuer erahnen. Der erste Halt für die Nacht: ein Platz an den Traunfällen in Österreich. Dort treffen wir ein sehr nettes Pärchen mit süßer Hündin, das uns etwas über die Gegend erzählt und einlädt sie auf der Rückreise auf ihrem Hof zu besuchen. Die erste Nacht ist erholsam und wir schlafen alle gut in unserem neuen Heim. Morgens scheint die Sonne und wir frühstücken auf der Terasse, wollen weiter, schauen uns davor aber noch die ein paar Minuten entfernt liegenden Traunfälle an. Die Sonne brennt, wie gerne würden alle von der Brücke ins Wasser springen!

 

Es geht los, am Wochenende (heute ist Sonntag) soll es aus Österreich raus um die nächste Nacht in Ungarn zu verbringen. Alles verläuft glatt und wir erreichen ohne Stau etc. die ungarische Grenze. Wir entdecken einen Ort im Grünen der wie ein Ufo-Landeplatz anmutet. Direkt daneben finden wir einen sehr ruhigen und schönen Ort mitten in den malerischen Weinbergen. Die nächsten Tage möchten wir hier verbringen, endlich durchschnaufen, versuchen die letzten sieben Monate Dauereinsatz zu verdauen. Ruhe einkehren lassen. Nisha hat in zwei Tagen ihren 10. Geburtstag, ein schönes Fest an einem schönen Platz, für den Auftakt unsrer Reise 🙂 Wir schauen von unserem Berg direkt auf die Ausläufer des Neusiedler See’s herunter. Der Ufo-Landeplatz entpuppt sich (so vermuten wir zumindest) als große runde Betonplatte die zum dreschen oder quetschen der Weintrauben verwendet wurde…Lustige Bilder von Trauben stampfenden Menschen entstehen in unseren Köpfen…

Der große Tag ist gekommen – Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag liebste Nisha!

Es gibt eine sehr, sehr leckere Torte – Erdbeersahne mit Schokostreuseln- aus unserem kleinen Gasbackofen (immer ein Abenteuer bzw. Überraschung was darin so alles gelingt:-) und eine schönes Geburtstagsfrühstück mit Ausblick. Nisha ist im Schlemmerinnnenhimmel 🙂 mit Geschenkerausch ;-))

Die nächsten Tage sind entspannt, wir erleben einen heftigen Regenschauer – Mirai und Nisha nehmen ein warmes Regenschirmbad – und irgendwann sind wir satt von diesem Platz, es geht weiter Richtung Jan, Anna, Greta und Berti (der Hund:-).

Davor treffen wir (ganz ungeplanterweise:) noch Harry mit Familie aus dem Iveco-Forum, einer kleinen WhatsApp-Gruppe die sich auf die gegenseitige Hilfe beim Aufbau, Betrieb und Pflege von selbst gebauten Expeditionsmobilen auf Basis der alten Iveco-Fahrzeugserie 90-16 u.a. konzentriert. Wir fachsimpeln, tauschen uns über Reise, Technik etc. aus und verbringen einen wunderbaren Tag zusammen. 

Am späten Nachmittag gehts weiter, wir nähern uns Nemesvid, der neuen Wahl-Heimat unserer Freunde. Die vier haben wir im Sommer 2021 auf einem Camp am Skhoder-See in Albanien kennengelernt, sie waren damals auf der Suche nach einem neuen zu Hause. Kurze Zeit später haben sie diesen Ort dann in Ungarn gefunden und beschlossen hierhin auszuwandern. Es wird aufregend und schön ihnen hier wieder zu begegnen! Was bedeutet es die Heimat zu verlassen, wie geht es einem mit den ganzen Veränderungen…?
All das waren wir gespannt zu erfahren… und mussten leider erst einmal die Einfahrt ausschneiden um mit unserem doch sehr hohen Mobilo überhaupt einfahren zu können.
Es wurden dann 10 wunderschöne Tage mit gemeinsamen Ausflügen (z.B. Thermalwasserschwimmbad mit Erlebnisräumen/Rutschen für die Kinder:-), Lagerfeuern mit Gitarre und Gesang (Jan ist ein Musik-Genie mit wunderschöner Stimme) und vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen (auch mit den Nachbarn, die teils ebenfalls dort eine neue Heimat gefunden haben). 

Mitten während unseres Aufenthaltes war ein Reifentausch notwendig – die Lenkanschläge waren nicht richtig eingestellt und eine Schraube hatte eine Rille in unser linkes Vorderrad gefräst – zu tief um noch mit gutem Gefühl damit weiterfahren zu können. So konnten / mussten / wir dann gleich unseren selbst konstruierten und gebauten Reserveradhalter ausprobieren. Mit Annas Unterstützung easy 😉 Danach zog Marie die Radmuttern mit 400Nm an, alles ein Kinderspiel wie man sieht 😉

Danke für die schöne Zeit ihr lieben, wir denken an euch und wünschen von Herzen das allerbeste für euer neues Leben in Ungarn!

Hier noch ein paar Eindrücke aus Ungarn: Pecs, eine ungarische Stadt mit Geschichte UND bewundernswerten Liebesschlössern:)…ein Stellplatz im Grünen mit Schildkröte und Echse…

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