Die Wellen rauschen am Strand, die Bucht spannt sich über zwei Kilometer zwischen den Bergen – wir stehen seit anderthalb Wochen mit unserem Wohnmobil am Strand im Süden Albaniens. Sind auf großer Sommerurlaubsreise und schreiben den 4. September 2021. Die Menschen, welche wir an diesem Platz kennenlernen, sind zum Großteil Langzeitreisende, oder zumindest in der Vergangenheit gewesen. All unserer Gespräche drehen sich seit Tagen um dieses Thema, unterwegs sein, die weite Welt zum neunen zu Hause machen, die geeigneten fahrbaren Untersätze dafür wählen und das allerwichtigste:
Den Mut zu finden diesen Weg zu gehen.
Seit Jahren wälzen wir dieses Thema in uns herum, verbringen im Sommer stets 6 Wochen unterwegs in unserem mobilen zu Hause. Es macht uns glücklich, frei und weit…Und jedes Mal wollen wir mehr, träumen von der großen FamillienWeltReise. ABER….es gibt immer so viele Gründe weshalb wir uns doch nicht trauen: die Kinder und ihre Schule/Sozialkontakte/Wurzeln, Okke sein Job, die Pläne, Heimat, Familie, Mirai und Nisha wollen einfach nicht, zu glücklich und verwurzelt zu Hause. Und Miriam, einfach Angst das falsche zu tun für uns als Familie…uns geht´s doch so gut!?
All das scheint nach unserer Sommerreise verändert.
So viele Mut machenden Gespräche geführt, von Erfahrungen und Erlebnisse der Reisenden gehört und vor allem die Gegenwart des unbekannten gespürt, in den strahlenden Gesichtern der Erzähler-innen gesehen…
Doch meiner Meinung nach, das wichtigste Geschenk dieses Strandes in Albanien, unser Kater Minko (damals noch Minka), der letzte Überlebende von drei Katzenbabies, stößt zu uns. Ihn zurückzulassen, würde bedeuten in sterben zu sehen, so wie seine Geschwister. Wir nehmen ihn mit und machen ihn zu unserem Reisebegleiter, so bekommen wir das langersehnte JA für die große Reise von unseren Mädls…
Nun sind wir reif um die Frucht, welche seit Jahren in uns reifte zu ernten und endlich in den Genuss unserer Träume zu kommen 🙂
Zurück in Deutschland untersuchen wir unseren Entschluss und prüfen, ob er der Realität standhält. Unsere Realität sind: Feste Jobs, Kinder auf der Schule, traumhafte Wohnung im Grünen. Unser Plan: ein Allrad-Expeditionsmobil kaufen/selbst bauen und auf Weltreise gehen. Der Dissenz: deutsches Sicherheitsdenken und der mutig-wahnsinnige Schritt (zumindest empfinden ihn manche so ((wir nicht))) alles aufzugeben was wir uns die letzten Jahre erarbeitet und eingerichtet haben.
